Schwedenbitter: universelles Heilmittel aus der Natur?

Dieses Elixier ist jedem noch von Kindheit an bekannt. Schwedenbitter wurde unter unseren Großmüttern beliebt und erfreut zurzeit wieder seiner damaligen Popularität. Zahlreiche Wirkungen des bitteren alkoholischen Gebräus werden ihm nachgesagt, doch wenig ist erwiesen. Viele Leute beweisen aber mit ihrer eigenen Erfahrung, dass das uralte Hausmittel wirklich eine Wunderwaffe gegen mehrere Krankheiten ist.

„Das Vieh geht blindlings auf der Trift die heilsamen Kräuter weiden. Aber der Mensch lernt Heil und Gift nur durch Erfahrung unterscheiden.“
Friedrich Rückert

Der Schwedenbitter hat wieder seine verlorene Popularität gewonnen, weil er als ein wirkungsvolles Mittel gegen Verdauungsbeschwerden  bekannt ist. Die hochqualitative Kräutermischung kann man selbst aus gepflückten Kräutern herstellen oder eine vorgefertigte Variante im Fläschchen in der Apotheke erwerben. Schwedenbitter als ein Heilmittel auf pflanzlicher Basis lässt sich in mehreren Gebieten einsetzen und wirkt auch bei vielen Symptomen. Bitterspirituose stellt unter anderem die perfekte Unterstützung bei der Wundheilung dar: die Wunden schließen schneller. Man kann dadurch die Narbenbildung besser vermeiden. Ältere Narben können bei äußerer Anwendung sogar fast vollständig verschwinden. Auch Schmerzen durch Rheumatismus können gelindert werden. Doch was ist dran an der geheimnisvollen Mischung Schwedenbitter?

Wie hat der Menschheit Schwedenbitter-Elixier entdeckt?
Die Geschichte des Schwedenbitters beginnt vom Namen eines Schweden, Urban Hjärne im 1692. Er bekam die Erlaubnis, ein gewisser „Elixir amarum“ durch Apotheken zu verkaufen. Hjärne handelte hauptberuflich mit Arzneimitteln aus „geheimen“ Komponenten, die dann im 18. Jahrhundert durch den Arzt Klaus Samst aus Schweden wiederentdeckt wurden. Auch der bekannte Arzt Paracelsus aus Villach soll bereits im 16. Jahrhundert ein ähnliches Rezept entwickelt haben. Zu größerer Bekanntheit gelangte der Schwedenbitter schließlich durch die österreichische Kräuterkundige und Autorin Maria Treben. Ihr 1980 erschienenes Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ wurde zu einem Bestseller, der bisher in 94 Auflagen in 20 Sprachen erschienen ist — das entspricht über acht Millionen Exemplaren! Sie verfocht zeitlebens alternative Behandlungsmethoden in der Tradition von Sebastian Kneipp.

Einzigartige Rezeptur von Maria Treben
Maria Treben wurde 1907 in Zatec im damaligen Kaiserreich Österreich- Ungarn geboren, lebte lange Zeit in Prag. 1947 begann sie nach schwerer Krankheit, sich mit Naturheilkunde zu beschäftigen: In Folge der Vertreibung der Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei kam sie in ein Sammellager in Bayern, wo sie sich mit Bauchtyphus infizierte. Es gab kaum Arzneimittel, weil der Krieg Medikamentenmangel verursachte. Das einzige Mittel, das Krankenschwester vorschlagen konnten was der Schöllkrautsaft. Er verbesserte wesentlich den Zustand der Kranken. Die Frau hat sich dann eine Frage gestellt: war an der Kräuterheilkunde tatsächlich etwas dran? In den kommenden Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit der sogenannten Phytotherapie, also der Pflanzenheilkunde – vornehmlich im Selbststudium. Im Zuge dessen entdeckte sie das Rezept des eingangs erwähnten schwedischen Arztes Klaus Samst wieder, die sogenannten „Schwedenkräuter“. Daraus entstand der Name „Schwedenbitter“. Freilich gibt es auch Kritik an ihrem Wirken. So war Maria Treben in Österreich und Deutschland als Heilpraktikerin tätig, ohne jedoch die dafür nötige fachliche Ausbildung zu haben, denn sie war Autodidaktin. Auch die „Stiftung Warentest“ weist auf mehrere Fehler in ihren Büchern hin. Vor allem Trebens Auffassung, man könne auch schwerste Krankheiten wie Krebs mit Kräutern heilen, stößt vielfach auf Ablehnung.

Wirkt verdauungsfördernd, stärkt Stoffwechsel, Vitalität und Immunsystem
Schwedenbitter verwendet man zurzeit meistens als ein Mittel gegen kleinere Beschwerden oder für das allgemeine Wohlbefinden. Zur innerlichen (oralen) Einnahme kann man Schwedenbitter mit Wasser verdünnen oder rein, unverdünnt einnehmen.
1. Mit Wasser verdünnt – man bekommt dadurch eine milde verdauungsfördernde Wirkung, die Wirkstoffe werden gut im Körper verteilt. Das Elixier stärkt Stoffwechsel, Vitalität und Immunsystem. Bei Erkältungen wird eine verdünnte Einnahme drei Mal täglich empfohlen, als „Kur“ zur allgemeinen Stoffwechselstärkung und Vorbeugung eine verdünnte Einnahme jeweils morgens und abends. Schwedenbitter hat eine fiebersenkende Wirkung und hilft beim Einschlafen.
Das Mischen mit kaltem Wasser ist für diejenigen gut geeignet, die ihren Stoffwechsel stärken wollen und abnehmen möchten;
Das Verdünnen mit lauwarmem Wasser hilft gegen Magenschmerzen, Halsschmerzen und Verstopfung;
In der Kombination mit warmem Wasser ist dieses Mittel perfekt gegen Erkältungen, Nebenhöhlenentzündung oder Bauch- und Unterleibskrämpfe (z.B. während einer Monatsblutung) einsetzbar.
2. Unverdünnt kann man einen Teelöffel Schwedenbitter einmal pro Tag einnehmen. Vorsicht: diese Dosis ist für Menschen mit Magenbeschwerden nicht empfohlen, als auch für diejenigen, die das Mittel zu intensiv finden. Beachten Sie, dass der kleine Schwedenbitter intensiver wirkt – der große Schwedenbitter ist etwas milder und daher für empfindliche Menschen besser für die innere Anwendung geeignet.

Wichtige Hinweise:
Schwedenbitter ist aufgrund des Alkoholgehalts für Kinder, Schwangere, stillende Mütter, Leberkranken nicht geeignet.
Das Getränk darf auch von Alkoholiker als ein Schnaps nicht getrunken werden.
Nach spätestens sechs Wo¬chen Anwendung sollte eine mindestens dreiwöchige Pause eingelegt werden, da sich der Körper sonst zu sehr an die Kräuter gewöhnt.
Milch und Milchprodukte sollten nicht direkt vor oder nach der Einnahme von Schwedenbitter verzehrt werden, da die Kräuter durch die Milch ihre Wirkstoffe nicht entfalten können.

Schwedenbitter zur äußeren Verwendung
Schwedenbitter kann man sehr erfolgreich bei Narben, Warzen, Neurodermitis, Muskel- und Gelenkschmerzen einsetzen. Die zu behandelnde Stelle sollte vorher gut eingefettet werden. Ein sehr gutes Mittel dafür ist Ringelblumensalbe. Anschließend tränkt man ein Stück Watte oder Zellstoff mit Schwedenbitter und legt auf die zu behandelnde Hautpartie.
Beachten Sie: Schwedenbitter färbt sehr intensiv ab. Es wäre empfehlenswert, die Kleidung mit einem Stück Stoff vor Verschmutzung zu verwenden. Den Umschlag kann man – je nach Beschwerde – zwei bis vier Stunden oder über Nacht einwirken lassen.

Fazit
Da die Wirksamkeit von Schwedenbitter durch Wissenschaftler nicht bewiesen wurde, können Sie selber überprüfen, ob es wirklich die Zauberwaffe gegen alle Krankheiten ist. Die Autorin des Artikels glaubte selbst nicht daran – und wurde überrascht. Probieren Sie aus. Wer Schwedenbitter ausprobieren möchte, kann einfach in der Apotheke nachfragen. Dort können Sie sich gerne über die Rezeptur-Vielfältigkeit und über die vielen weiteren Anwendungsmöglichkeiten von Schwedenbitter informieren. Vor der Einnahme konsultieren Sie auch einen Arzt.

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