Scharniere des Körpers – so bleiben Ihre Gelenke gesund

Unsere Gelenke sind ein Konstruktionswunder, machen uns agil und rege. Normalerweise laufen sie wie geschmiert. Bei Beschwerden denkt jeder somit erst einmal an ältere Menschen. Dabei kann der Bewegungsapparat in jedem Alter Probleme bereiten.

Um möglichst bis ins hohe Alter fit und beweglich zu bleiben und Schmerzen sowie Folgeschäden zu vermeiden, gilt es, auf die jeweiligen Bedürfnisse von Gelenken in jeder Phase des Lebens einzugehen. Bereits um das 30. Lebensjahr herum beginnt nämlich der natürliche Verschleißprozess der Gelenke — meist zunächst schleichend und unbemerkt. Ein ungesunder Lebenswandel kann diesen Alterungsprozess jedoch beschleunigen. Hierzu zählen mangelnde Bewegung, eine schlechte Sitzhaltung am Schreibtisch, körperlich beanspruchende Tätigkeiten im Job oder eine ungesunde Ernährung, die mit Übergewicht einhergeht. Jedes Kilo zu viel bedeutet eine zusätzliche Belastung.

Gelenkschmerzen im Knie: Es kann jeden treffen

Gelenkschmerzen im Knie indes sind eine besonders unangenehme Sache. Die Betroffenen haben starke Schmerzen, und das schränkt die Bewegungsfreiheit erheblich ein. Die Symptome treten bei den meisten Menschen ab einem Alter von 45 Jahren auf, doch auch Jüngere, oft sportlich Aktive, können durch zu starke Belastungen der Knie ihre Gelenke verschleißen.

Akute, subakute und chronische Schmerzen

Prinzipiell unterscheiden Mediziner zwischen akuten, subakuten und chronischen Gelenkschmerzen. Akute Schmerzen treten innerhalb von wenigen Stunden nach dem Joggen oder einem Sturz auf, subakute nach einigen Tagen. Von chronischen Gelenkschmerzen spricht man, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum entwickeln und wochen- oder monatelang anhalten. Auch durch eine Schleinnbeutelentzündung oder durch Bakterien können Gelenkschmerzen auftreten. Treten Fieber und Schwellungen auf, sollten Patienten unbedingt zum Arzt gehen.

Hilfe aus der Apotheke

In vielen Fällen können sich Betroffene auch selbst helfen, zum Beispiel mithilfe von Gelenkkapseln aus der Apotheke. Die Kapseln enthalten hoch
dosiertes Glucosamin und Chondroitin sowie die Vitamine C und D, die die Muskelfunktionen unterstützen und zur Kollagenbildung beitragen. Arthrosamin-N-Kapseln wurden speziell für Menschen entwickelt, die Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen. Sie enthalten kein Vitamin K.

Unterschied zwischen Rheuma und Arthrose

Arthrose und rheumatoide Arthritis — meist Rheuma genannt — werden oft verwechselt, weil ihre Namen ähnlich klingen. Bei der Arthrose schmerzen die Gelenke, weil die Knorpelschicht angegriffen ist, entweder durch Überbelastung wie exzessiven Sport, durch Übergewicht oder durch Altersabnutzungen. Beim Rheuma ist das Immunsystem gestört, deswegen entzünden sich die Gelenke. Ein weiterer Unter-schied: Rheuma-Patienten fühlen sich oft krank und erschöpft und haben Fieber, Arthrose-Patienten kennen solche allgemeinen Krankheitsgefühle nicht.

Ein natürlicher Alterungsprozess: die Arthrose

Etwa 75 Prozent aller über 50-Jährigen und fast 90 Prozent aller über 70-Jährigen leiden indes unter Arthrose, denn der natürliche Alterungsprozess führt dazu, dass der Knorpel spröde wird und seine Elastizität verliert. Da auch die Muskulatur im Alter abnimmt und ihre stabilisierende Wirkung damit schwächer ausfällt, steigt die Belastung auf das Gelenk zusätzlich. So verschwindet der Knorpel zwischen zwei Knochenenden im schlimmsten Fall sogar vollständig. Das Problem: Bei Schmerzen tendieren viele dazu, sich weniger zu bewegen, dabei wäre genau das Gegenteil ratsam. Bewegung fördert die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen und den Transport der Abfallstoffe aus dem Gelenk. Deshalb gilt es auch für Senioren, im Rahmen ihrer Möglichkeiten noch Sport zu treiben.

Rheumatoide Arthritis: Gelenkzerstörung verhindern

Rheumatoide Arthritis dagegen ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Um deren Zerstörung zu verhindern, muss die Krankheit früh erkannt werden. Rheumatoide Arthritis kann zu schweren Behinderungen führen und ist nicht heilbar. Je eher sie aber erkannt wird, desto besser lässt sich die Zerstörung der Gelenke verhindern. Typische Symptome der chronischen Krankheit sind Gelenkbeschwerden, wie Schwellungen, Steifigkeit und Schmerzen, vor allem an den Fingern und Zehen. Ihre Ursachen sind noch ungeklärt. Es wird aber vermutet, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der Körperzellen vom eigenen Immunsystem angegriffen werden. Zu ihrer Behandlung wird in der Regel ein Mix verschiedener Behandlungsmethoden, wie Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie, Kälte- oder Wärmetherapie, eingesetzt. Klassischerweise wurde die Rheumatoide Arthritis auch anhand von Röntgenaufnahmen diagnostiziert. Diese zeigten dann den schon entstandenen Strukturschaden. Neuere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie könnten hingegen entzündliche Veränderungen früher erfassen. Ebenfalls zum Vorteil der Patienten ist, dass die MRT ohne potenziell schädliche Röntgenstrahlen auskommt.

Warnsignale

Erste Anzeichen von Beschwerden können Knacken, Knirschen und Schmerzen in den Gelenken sein, vor allem bei Belastung und Bewegung. Ebenfalls ein Warnsignal: steife Gelenke und Anlaufschwierigkeiten morgens. Wer dies bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Daran denken!

Regelmäßiger Sport und tägliche Bewegung begünstigen die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen und stärken die Muskeln. Eine kräftige Muskulatur stützt und entlastet die Gelenke. Gelenkschonende Sportarten wie Walking, Schwimmen oder Radfahren helfen dabei, Verschleiß vorzubeugen. Insbesondere Menschen, die tagsüber ihren Rücken stark beanspruchen, müssen nachts zudem auf eine optimale Position beim Schlafen achten. Eine ganz gerade Position sollten Schlafende vermeiden. Vielmehr helfen spezielle Kissen, Kopf und Nacken zu stabilisieren. Die Seitenlage gilt als optimal beim Schlafen, denn in dieser Position sind Knie und Hüfte leicht gebeugt. Dies hat eine Entlastung der Wirbelsäule zur Folge. Und zu Letzt: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung beugt einem Überschuss an Arachidonsäure im Körper vor. Aus dieser Fettsäure werden Botenstoffe gebildet, die Entzündungsprozesse und dadurch Schmerzen in Gelenken fördern. Wer dies beherzigt, freut sich über keine oder im Alter wenige Beschwerden!