Lymphe – wozu haben wir das?

Die Funktion von Arterien und Venen ist vielen ein Begriff. Doch was steckt eigentlich genau hinter dem Lymphsystem? Warum fallen uns schnell Ausdrücke wie „befallene Lymphknoten“ im Zuge einer Krebserkrankung oder „geschwollene Lymphknoten“ im Zuge einer Infektion ein?

Das lymphatische System ist ein wichtiges Rohrleitungssystem für den Transport von Körperflüssigkeiten des Gewebes. Im Gegensatz zum Blutgefäßsystem, das ein geschlossenes Ringsystem bildet, sind die Enden der Lymphkapillaren lose. Körperflüssigkeiten, Proteine (Eiweiße), Fette und Zucker können durch Lücken in der Außenhülle eindringen und abtransportiert werden. Kleinere Kapillaren vereinigen sich miteinander zu größeren Gefäßen. Dabei verhindern Klappen das Zurückfließen der Flüssigkeit. Die hellgelb gefärbte Lymphflüssigkeit wird am Ende in das Venensystem abgeleitet. Täglich erreichen zwei Liter Lymphe aus dem Körpergewebe so den Blutkreislauf. Auf dem Weg zum Blut filtern Lymphknoten die Flüssigkeit.

Immunabwehr

Gelangen Viren oder Bakterien in einen Knoten, beginnen Fresszellen (Markophagen) sofort mit der Abwehr. In Folge dieses Abwehrkampfes kommt es zu einer Entzündung und Schwellung des Lymphknotens. Viele werden das schmerzhafte Gefühl im Zuge einer Mandelentzündung selbst erlebt haben.

Schwellung der Lymphknoten

Tritt eine Schwellung auf, ist das ein wichtiges Alarmzeichen. Tumore, rheumatische Erkrankungen, banale Infektionen, Borreliose und Erysipel (Rotlauf) könnten sich dahinter verbergen. Bestimmte Medikamente können ebenfalls zu unerwünschten Schwellungen führen.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Je nach Diagnosestellung gibt es weitere Therapiemöglichkeiten. Lymphdrainage, Kompressionstherapie und Entstauungsgymnastik können zum Einsatz kommen. Abseits von Infektionskrankheiten wie Mandelentzündungen und ähnliche spielt die medikamentöse Therapie eine geringere Rolle als die physikalische Entstauungstherapie.