Die Kapland-Pelargonie

Am Ende des 19. Jahrhunderts stieß ein Engländer in Südafrika bei der Behandlung seiner Erkrankung auf Extrakte jener Wurzel, die bei ihm zur Heilung seiner Beschwerden führten. Damit brachte er den Europäern eine Arzneipflanze näher, die im vergangenen Jahrhundert zu einem bedeutenden pflanzlichen Arzneimittel aufstieg.

Diesen erfolgreichen Weg verdanken wir dem Forschergeist eines deutschen Herstellers, der aus der Wurzel einen Spezialextrakt entwickelte, der von Wissenschaftlern bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten als wirksam eingestuft wurde. Erfreulich dabei ist, dass diese Extrakte für Kinder ab einem Jahr eingesetzt werden können und auch für Erwachsene liegen positive Ergebnisse vor. In den vergangenen Jahren wurden ähnliche Extrakte auch von anderen Herstellern als Arzneimittel angeboten.

Die Kapland-Pelargonie trägt auch den Namen Umckaloabo, eine Bezeichnung, die der Zulu-Sprache entnommen ist und zwei Worte verbindet, die auf starken Husten beziehungsweise Erkrankung der Lunge und Schmerzen im Bereich des Brustkorbes hinweisen.
Innerhalb der Familie der Storchenschnabelgewächse sind die Gattungen Pelargonium (vom griechischen Wort Pelargos – der Storch) und Geranium zwar eng verwandt, zeigen aber neben Gemeinsamkeiten doch deutliche Unterschiede. Zwei davon sind, dass einerseits Pelargonien einen Sporn durch ein mit dem Stängel verwachsenes Kelchblatt ausbilden, anderseits die Geranien ihre Samen durch einen effizienten Schleudermechanismus an die Umwelt abgeben.

Geschichte

In der traditionellen, südafrikanischen Medizin behandelten seit Jahrhunderten die Menschen ihre Magen-Darm-Infektionen und Atemwegserkrankungen mit Extrakten aus der Wurzel der Kapland-Pelargonie. Eine Abkochung aus den Wurzeln der Heilpflanze diente als Heilmittel bei Durchfallerkrankungen.

Angeregt durch die bahnbrechenden Erfahrungen des Engländers Stevens im Jahr 1897 in Südafrika wurden Extrakte der Pelargoniumwurzel in Europa erforscht und deren positive Wirkung bei Atemwegserkrankungen eingehend untersucht. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden dank der wissenschaftlichen Ergebnisse jene Arzneimittel entwickelt, die uns heute zur Verfügung stehen.

Vorkommen und Pflanzenbeschreibung

Durch den hohen Bedarf an Wurzeln der Kapland-Pelargonie ist die Nachfrage durch Wildsammlung in den Savannen Südafrikas alleine nicht zu decken. Daher wird Pelargonium sidoides in Südafrika auch gezielt angebaut und nach drei Jahren können die Wurzeln sorgfältig durch Handarbeit geerntet werden. Für die Herstellung der hochwertigen Extrakte werden die Wurzeln aus Wildsammlung und aus kontrolliertem Plantagenanbau verwendet. Als Stammpflanzen werden heute Pelargonium sidoides DC. in eher höheren Lagen (bis 2300 Meter) und/oder Pelargonium reniforme Curtis (eher in Küstennähe) angesehen. Zur Extraktherstellung wird heute praktisch nur P. sidoides verwendet. Die Kapland-Pelargonie ist ein Kleinstrauch, der zwischen 20 und 80 Zentimeter hoch wird. Aus einem kurzen Stängel zweigen die Blätter rosettenartig ab; die herzförmigen, langgestielten Blätter fühlen sich dank der dichten Behaarung mit Drüsenhaaren samtig weich an. Die meist tief dunkelroten, zygomorphen Blüten – sie können auch heller rot sein – sitzen in Trugdolden an langen Blütentrieben.

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