Blasenentzündung. 
Ein brennendes Problem

Ständiger Harndrang, quälendes Brennen und Stechen beim Wasserlassen, krampfartiges Ziehen im Unterbauch – das sind die typischen Symptome einer Blasenentzündung. Besonders unangenehm sind immer wiederkehrende Blasenentzündungen.

Betroffen: vor allem Frauen

Bei Frauen ist die Harnröhre mit vier Zentimetern deutlich kürzer als bei Männern (20 Zentimeter). Daher können Bakterien leichter über die Harnröhre in die Harnblase gelangen und dort eine Entzündung auslösen. Jede zweite Frau ist gelegentlich, jede vierte Frau sogar häufig davon betroffen. Warum das so ist, ist noch nicht geklärt. Genetische Faktoren könnten eine Rolle spielen.

Teststreifen als Nachweis

Der Nachweis einer Harnwegsinfektion gelingt ganz einfach mittels eines Teststreifens, der in den Urin getaucht wird. Dieser Test kann jederzeit zur Kontrolle selbst durchgeführt werden. Dafür gibt es Teststreifen, die in Abschnitte unterteilt sind, die sich verfärben. Anhand einer Farbskala lässt sich bestimmen, ob Nitrit und Leukozyten im Urin vorhanden sind. Als Zeichen einer gesteigerten Immunabwehr finden sich vermehrt Leukozyten bei bakterieller Infektion. Bakterien verwandeln Nitrat, das bei gesunden Menschen im Harn ausgeschieden wird, zu Nitrit. Ein auf Nitrit positiver Urintest ist daher ein klares Indiz für eine bakterielle Blasenentzündung.

Wiederkehrende Harnwegsinfekte

Harnwegsinfekte werden in akute oder wiederkehrende sowie unkomplizierte oder komplizierte Verlaufsformen unterteilet. Eine unkomplizierte Infektion beschränkt sich auf Harnröhre und Harnblase und heilt innerhalb weniger Tage komplikationslos ab. Darmbakterien sind dabei die häufigsten Verursacher einer akuten, unkomplizierten Blasenentzündung. Breitet sich die Infektion auf die oberen Harnwege oder die Nieren aus oder betrifft sie bestimmte Personengruppen wie Schwangere, spricht man von einem komplizierten Verlauf. Besonders belastend sind wiederkehrende Harnwegsinfekte. Davon spricht man, wenn Patientinnen an drei oder mehr Infekten pro Jahr erkranken.

Mit Zucker gegen Infektionen

In vielen Fällen sind Antibiotika zur Behandlung der Blasenentzündung unverzichtbar. Da wiederholte Einnahmen von Antibiotika die Darmflora und das Immunsystem belasten, wurde nach Alternativen gesucht. Fündig wurden die Forscher bei einer Zuckerart, die in Pflanzen vorkommt, der D-Mannose. Im Labor konnten sie feststellen, dass D-Mannose Bakterien binden kann. Daraus folgte die Überlegung, dass Darmbakterien die häufigsten Verursacher einer akuten, unkomplizierten Blasenentzündung sind.
Diese Krankheitskeime werden anschließend an D-Mannose gebunden und über den Urin ausgeschieden. Der Effekt wurde bereits in klinischen Studien überprüft. D-Mannose erwies sich dabei als wirksam und sicher.

Weitere Verhaltensmaßnahmen, die unterstützend wirken, und oft empfohlen werden lauten: viel trinken und nach dem Sex die Blase entleeren.