Belastbarkeit und Konzentration im Alltag

Wie wir unsere Leistungsfähigkeit nicht nur bei der Arbeit steigern können.
Konzentrationsschwierigkeiten entstehen meist durch Unterbrechungen, Sorgen und Stress – doch auch ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz kann die Ursache für rasche Ermüdbarkeit sein. Schummriges oder zu grelles Licht, schlechte Lüftung und Lärm beeinträchtigen unsere Konzentrationsfähigkeit obendrein. Doch auch die falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sind echte Leistungsbremsen.

Wer kennt es nicht? Ob Schule, Zuhause, Studium oder Weiterbildung – kaum soll man sich auf den Lernstoff konzentrieren, scheint man besonders schnell abgelenkt. Damit das nicht passiert, gilt es, gewisse Grundregeln zu beachten: So soll man am Arbeitsplatz so ungestört wie möglich sein, das gilt auch für die Lärmbelastung. Das Gehirn arbeitet außerdem bei Tageslicht am besten: Mindestens 500 Lux hell beleuchtet sollte der ideale Arbeits- oder Lernplatz sein. Reicht das Tageslicht nicht aus, kann man mit Lampen Abhilfe schaffen: Mittlerweile sind spezielle Tageslichtlampen bereits zu erschwinglichen Preisen zu haben. Falsches, trübes oder flackerndes Licht sind anstrengend für unsere Augen – und damit auch für unser Hirn, die Konzentration lässt rascher nach als üblich. Doch auch zu viel Licht ist von Nachteil: Der Schreibtisch darf nicht parallel zum Fenster stehen, sonst blendet die Sonne. Eine weitere Lichtquelle ist der Computerbildschirm: Flackert er oder ist die Auflösung zu gering oder zu scharf, wird das Lesen anstrengend, was zu Lasten des Sehnervs geht. Als Folge verspannen Nacken- und Halsmuskulatur, wir werden schneller müde. Der Monitor steht richtig, wenn Augen und oberster Bildschirmrand auf einer Höhe sind. Die Tastatur sollte soweit von der Tischkante entfernt sein, dass eine ganze Hand am Tisch aufgelegt werden kann. Bei der richtigen, konzentrationsfördernden Ausstattung des Schreibtisches kommt es also weniger auf das Design an, als auf Ergonomie und Funktionalität. Der Sessel sollte eine Rückenlehne haben, die bis zu den Schultern reicht und deren Bewegungen jenen des Rückens folgt und so die Wirbel entlasten. Wenn außerdem Ober- und Unterschenkel in einem 90-Grad-Winkel zueinanderstehen und Ober- sowie Unterarm auf der Tischplatte im rechten Winkel aufgelegt werden können, ist der Schreibtischsessel auf der Arbeit oder Zuhause richtig eingestellt.

Bildschirmarbeit ist Schwerstarbeit

Die ideale Temperatur für unsere Konzentration liegt zwischen zwanzig und dreiundzwanzig Grad. Sauerstoff fördert die Hirnleistung ebenfalls – daher sollte mehrmals täglich stoßgelüftet werden, auch im Winter. Um Unterbrechungen im Arbeitsfluss zu vermeiden, sollten alle benötigten Hilfsmittel schon vor Arbeitsbeginn parat liegen: Das vermeidet späteres Suchen. Das bedeutet aber nicht, dass man acht Stunden lang am Schreibtisch sitzen bleiben soll. Menschliche Konzentrationsphasen dauern in der Regel nämlich nur zwischen dreißig und sechzig Minuten. Zwischen solchen Phasen ist es wichtig, Pausen einzulegen, regelmäßige Bildschirmpausen sind sogar im Arbeitsschutzgesetz verankert, denn Bildschirmarbeit ist Schwerstarbeit für das Auge. Nach jeweils fünfzig Minuten ununterbrochener Arbeit am Computer sollte man sich wenigstens zehn Minuten lang einer anderen, nicht bildschirmlastigen, Aufgabe widmen. Allgemein sollte man das längere Lesen elektronisch erfasster Texte direkt am Bildschirm vermeiden, denn es erschlafft die Augenmuskulatur und beeinträchtigt so das Sehvermögen. Auch wenn es nicht die umweltschonendste Variante ist, empfiehlt sich hier das Ausdrucken solcher Langtexte auf Papier, um die Augenbelastung zu reduzieren. Dabei definiert der Arbeitsschutz den Begriff Bildschirmarbeit ganz genau: Nur, wer länger als drei Stunden seiner täglichen Arbeitszeit am Computer verbringt, verrichtet laut Gesetz Bildschirmarbeit.

Organisation ist die halbe Konzentration

Alles, das uns aus dem „Flow“ reißt, stört die Konzentrationsfähigkeit erheblich. Manchmal können wir uns nach einem Telefonat oder der spontanen Plauderei mit der Kollegin oder dem Freund / Partner gar nicht mehr daran erinnern, wo genau wir in unserer Aufgabe stehengeblieben waren. Damit das nicht passiert, kann man einige Vorkehrungen treffen: So helfen spezielle Raumtrenner oder schallschluckende Möbel, den Geräuschpegel eines Großraumbüros zu reduzieren, dem Kollegen oder Mitbewohner ist seine Lautstärke vielleicht noch gar nicht aufgefallen – bitten Sie ihn doch, etwas leiser zu telefonieren oder Telefonate künftig in einem gesonderten Raum abzuhalten.

Störfaktoren neutralisieren

Ist ein Störfaktor jedoch nicht kurzfristig zu beheben – beispielsweise die Baustelle vor dem Haus – kann man immerhin an seiner inneren Einstellung arbeiten, um Stress zu vermindern: Wenn man sich durch etwas gestört fühlt und seine Aufmerksamkeit auf diese Quelle fokussiert, wird die Störung im Bewusstsein nur noch stärker präsent und die Ablenkung ist perfekt, der Stresspegel steigt. Feste Telefonzeiten und Termine, um E-Mails zu beantworten, helfen, die Dauerablenkung durch den Nachrichtenfluss zu beschränken. Auch das Priorisieren von Aufgaben hilft: Empfindet man eine Aufgabe als langweilig oder unangenehm, sinkt die Konzentration. Deshalb wird empfohlen, die unbeliebteste Aufgabe zuerst zu erledigen, denn zu Beginn des Arbeitstages ist die Konzentration noch am höchsten. Danach darf und soll man sich innerlich selbst loben, das stärkt die Motivation und so auch die Leistung.